Walk the line

Ich frage mich,

ob es für mich okay ist, wieder nur eine Option zu sein

ob es okay ist, dazwischengeschoben zu werden

ob es okay ist, „zu viel“ zu sein

ob ich es ertrage, mich wie ein oberflächlicher Lückenfüller zu fühlen

 

Ich frage mich,

wieso ich mehr geben will als andere von mir wollen

wieso ich die Zeit für andere nicht wert bin

wieso mir das so viel ausmacht

und ob ich damit klarkommen muss

 

Ich frage mich,

ob als kleinkariert betrachtet zu werden mich einschränkt

mich auf eine nervige Eigenschaft beschränkt

wieso ich um die Aufmerksamkeit anderer Menschen kämpfen muss

wieso sich in mir alles verkrampft bei dem Gedanken daran

 

Ich frage mich,

wieso ich nicht bei mir bleiben kann

wieso sich das so scheiße anfühlt

wieso ich immer mehr erwarte als ich bekomme

und wie ich da rauskomme

 

Weil alles, was ich will, die ehrliche Zuneigung und Aufmerksamkeit eines anderen ist.

Weil alles, was ich will, ist, denselben Wert zu bekommen, wie ich gebe.

Weil ich keine Option mehr sein will.

Weil ich gesehen und anerkannt werden will für das, was ich bin und gebe.

 

Ich frage mich, wieso verdammt nochmal ich wieder an so einem Punkt in mir festsitze, statt darauf vertrauen zu können, dass alles genau richtig ist, wie es ist und ich mich hilflos fühle!

Weil ich nicht weiß, was richtig ist, mich paralysiert von meinen Ängsten fühle und zwei Seiten in mir um die Richtigkeit kämpfen – der Teil, der Anerkennung und Nähe, darauf vertrauen will und der Teil, der einfach wegrennen will, wenn er es nicht bekommt.

 

Ich frage mich,

ob du Platz hast in deinem Leben für mich

ob du bereit bist, für eine Frau wie mich

was du wirklich mit mir willst

und wo wir stehen.

 

Kommentar

Spiritual awakening – der Tanz von Nähe und Distanz. Bei diesem Gedicht war ich an einem Punkt, an dem ich mir Nähe wünschte und gleichzeitig merken durfte, dass mir das nicht gut tun würde. Dass es nicht das Richtige für mich wäre und ich voll mit meiner Bindungsangst konfrontiert wurde.

3. Sep 2022

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Hi, ich bin Nadin

…und ich liebe es zu schreiben. Beim Schreiben verarbeite ich Erlebnisse und lasse Gefühlen freien Lauf.

Ich verliere mich oft in die Phantasiewelt in meinem Kopf, habe eine Schwäche für ausdrucksvolle schwarz/weiß-Fotografie und eine perfide Faszination für die menschlichen Abgründe.

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Anziehend glücklich.

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